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Historie - Standcafé "Halligblick" und Restaurant "Zur Nordsee"

Quelle für Textauszüge:
Karl-Ludwig-Petersen, Archivgruppe des Heimatvereins Nordstrand
 

"Halligblick" - Familie Dau - 60 Jahre Halligblick
(Georg-Henning Dau kaufte die Häuser 1920)

Das jetzige Gästehaus war das Wohnhaus und das jetzige Cafehaus war das Kohlenlager. Im Giebel des Kohlenlagers hatte der Vorbesitzer einen Spion (Reflexspiegel) angebracht, um ohne Mühe die Hafeneinfahrt einzusehen. Somit konnte er die einfahrenden Frachter von der Hallig erkennen, ohne auf den Deich steigen zu müssen.

Im Garten wurde eine Werkstatt für Tischlerei gebaut und eingerichtet. Danach wurde das Kohlenlager zum Wohnhaus um- und ausgebaut. Im Sommer 1931 fand endlich der von Mutter gewünschte Umzug in das "neue Haupthaus" statt.

Im Jahre 1936 wurde der Damm zum Festland fertiggestellt und somit kamen Tagesgäste auf die Insel.

Um ein 2. Standbein zu schaffen, hat Vater Mutters Idee mit der Bewirtung von Sommergästen aufgegriffen. Es wurden Gästezimmer, eine Cafestube, danach die Cafe-Veranda mit einem Brückenzugang zum Deich gebaut. Da der Deich zu der damaligen Zeit wesentlich niedriger war als heute, musste eine Treppe mit 13 Stufen von der Cafe-Veranda auf die Deichkrone geschaffen werden. Auf der Krone führte die Straße zum Hafen zur Belieferung der Frachtschiffe entlang.

In der damaligen Zeit kostete eine Übernachtung mit Frühstück 1,50 RM. Eine Vollverpflegung mit 4 Mahlzeiten pro Tag kosteten 4,50 RM, dieser Betrag ermäßigte sich bei einem Aufenthalt von mehr als 3 Tagen auf 3,50 RM. Die Zimmer waren zur Südseite mit einem Ausgang zur Veranda angelegt. Jede Familie hatte einen bestimmten Tisch. Insgesamt waren an der Seeseite 6 Tische aufgestellt.

Durch Tagesausflügler wurde die Nachfrage zum Kaffeetrinken immer größer. Daraufhin wurde dann das Cafe eingerichtet. Als Hilfskräfte standen 2 junge Mädchen zur Verfügung. Diese Mädchen hatten vollen Familienanschluss, alles wurde gemeinsam erledigt. Es war ein sehr harmonisches Miteinander.

Die Namensgebung des Hauses ergab sich von selbst "Cafe Halligblick".

Es gab in dieser Zeit auf der Insel noch keine Wasserleitung und auch keine Elektrizität. Die Strom- und Wasserversorgung wurde erst nach dem 2. Weltkrieg gebaut. Die Saison war recht kurz, sie dauerte max. 4 Monate.

Im Jahre 1942 gab es auf Nordstrand eine Typhus-Epidemie. Das bedeutete für den "Halligblick" die Beschlagnahme aller Gästebetten. Sie wurden benötigt für die Kath. Schule (Notkrankenhaus), das Kath. Kinderheim und für das Nordstrander Krankenhaus (15 Betten). Nach ca. 3-4 Monaten wurden die Betten den Alteigentümern in schlechtem Zustand wieder zurück gegeben. Am 23. Juli 1943 geschah der erste Phosphorangriff auf die Stadt Hamburg. Sämtliche Gästezimmer wurden von der Gemeinde beschlagnahmt und mit ausgebombten Hamburgern begegt. Die Familie Dau hatten 7 Kinder und 5 Erwachsene aufzunehmen. Ein Teil von ihnen zog im Laufe des folgenden Jahres um. Zwei Kinder sind mit ihrer Großmutter bis zum Jahre 1948 im "Halligblick" geblieben.

Nach 1948 verließen die letzten Hamburger Dauerbewohner den "Halligblick" und mit dem Startgeld der Währungsreform wurde die Renovierung des Hauses mit eigenen Mitteln und Kräften durchgeführt. Die Neu-Eröffnung konnte Ostern 1950 mit Voll-Konzession erfolgen. Die erste Hochzeitsfeier im "Halligblick" war 1951.

Das Besteben der Familie Dau-Rohde war, die Insel- und Halligwelt (10 Halligen) mit ihrer Entstehung und Vergangenheit den Besuchern nahe zu bringen. Dazu wurden Vorträge im Cafe angeboten, die sehr großen Zuspruch fanden. Ganze Busgesellschaften zog es zu den Vorträgen in den "Halligblick". Viermal wurden aus dem "Halligblick" Hafenkonzerte über den Rundfunk übertragen.

Im Jahre 1962 wird der Hafen Strucklahnungshörn neu eröffnet und im Gegenzug der Norderhafen aufgegeben. Der Straßenzug wurde von der Deichkrone landeinwärts hinter den Häusern "Halligblick" und Gästehaus durch die aufgegebenen und dazugehörigen Gärten geführt. Auf dem ehemaligen Gartengelände, das bis zum Sielzug führte, wurden zusätzliche Parkplätze angelegt. Bedingt durch die notwendige Deicherhöhung konnte die Brücke vom "Halligblick" zur Deichkrone in gerader Richtung verlängert werden. Die vorherige 13-stufige Treppe wurde überflüssig. Bei der Sturmflut im Januar 1976 entstanden große Schäden am Außendeich vor "Halligblick".
Bei der großen Schneekatastrophe im Jahr 1978/79 in Nordfriesland hat sich die Nachbarschaftshilfe auch im Haus "Halligblick" bewährt.

Edmar Dau verstarb plötzlich im Alter von 50 Jahren am 12. April 1979. Nach dem Tod von Edmar Dau wurde der "Halligblick" noch bis Jahrsende von Gisela Dau weitergeführt. Im Anschluss wurde das Haus in andere Hände übergeben.

... und seit April 2009 liegt das Strandcafe "Halligblick" in den Händen der Familie Hass und die Traditionen, wie die Mischung von Veranstaltungen, Konzerten und Cafe mit Blick auf die Halligwelt werden in ihren Händen fortgeführt und zu neuem Leben erweckt. In Verbindung mit dem Restaurant "Zur Nordsee" bietet es den Gästen und Besuchern von Nordstrand eine Vielzahl von Veranstaltungen, Übernachtungen auf Nordstrand und sehr gute nordfriesische Küche.

Biographischer Kommentar zur Gastwirtschaft "Zur Nordsee": Das ehemalige dänische Zollhaus wurde 1866 von Christian Valentin Hansen gekauft und als Gastwirtschaft eingerichtet. Eine Räucherei wurde hinzugebaut. 1920 übernahm der Sohn John Boy Hansen mit drei Geschwistern die Gastwirtschaft. Nach dem Ableben von John Boy Hansen, 1957, erbte der Neffe Johann Valentin Hansen die Gastwirtschaft. Er verpachtete sie 1960 an Otto und Lieselote Hoffmann. Durch Krankheit musste Otto Hoffmann die Gastwirtschaft 1964 abgeben. Fritz und Erika Höfer übernahmen die Restpacht von 7 1/2 Jahren. 1972 . 1975 führte Johann Valentin die Gastwirtschaft wieder selbst. 1975 - 1989 pachteten Hans Heinrich und Anita Hass das Restaurant. 1989 wurde es dann Heino Hass verkauft.

 Einige Bilder von Damals - in unserer Fotogalerie >>>

 
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